Alles hat seine Zeit
«Alles hat seine Zeit, Leben hat seine Zeit und Sterben hat seine Zeit.» Der Spruch steht in der Bibel, ich zitiere ihn oft am Grab. Die Angehörigen wünschen ihn zu hören, wenn es ums Abschiednehmen geht. Etwas Tröstliches liegt auf diesem Spruch. Er handelt von einem schweren Thema, aber das auf leichtfüssige Art und Weise: Leben und Sterben gehören zusammen, das eine gibt es nicht ohne das andere, ist halt einfach so. Wer derart spricht, hat seinen Frieden gefunden. Und genau darum geht es ja beim Abschiednehmen: dass wir einander in Frieden gehen lassen.
Und so erlaube ich mir am Grab, das Bibelwort durchaus wörtlich zu nehmen. Leben hat seine Zeit und Sterben hat seine Zeit – das heisst doch im Umkehrschluss: Nicht nur das Leben, sondern auch der Tod hat seine Grenze. Was danach kommt, übersteigt unser Verstehen. Aber ich stelle mir vor: etwas Schönes, Helles und Friedvolles. Der Ewigkeitssonntag, den wir am kommenden Wochenende feiern, erinnert uns daran.
Pfarrer Markus Perrenoud
