In Pension gehen
Im Männerpalaver war neulich Paul Seger zu Gast, Ex-Botschafter der Schweiz in Deutschland. Der weitgereiste Spitzen-Diplomat hatte mit Barak Obama gefrühstückt, mit Aung San Suu Kyi Friedensgespräche geführt, mit Frank-Walter Steinmeier Höflichkeiten ausgetauscht – jetzt palaverte er mit uns, sogar per Du, das Männerpalaver öffnet Türen!
Rhetorisch brillant erzählte der Arlesheimer Anekdoten aus seinem Beruf. Der diplomatische Dienst gleicht oft dem Kampf gegen Windmühlen, die Früchte der Arbeit sind selten wirklich greifbar – als Pfarrer kam mir das alles bekannt vor! Besonders spannend wurde es, als Seger vom Abschied aus dem Berufsleben sprach. Er nahm die Redewendung «in Pension gehen» wörtlich und lief zu Fuss von Berlin nach Basel. Sechs Wochen dauerte die Wanderung – viel Zeit zum Nachdenken, Loslassen und Neuanfangen. «Meine» Männer waren ganz Ohr. Einige fanden die Idee so toll, dass sie sich überlegten, bei der eigenen Pensionierung 100 Mal um die Roche-Türme zu laufen. Wie dem auch sei: es ist gut und tut gut, Lebensübergänge bewusst zu gestalten. Paul Seger ist dafür ein eindrückliches Beispiel – und auch wir von der Kirche kennen uns da aus und begleiten Sie gerne dabei!
Pfarrer Markus Perrenoud
