Brunnen
Dienstag, 4. August 2026

Liebe Daheimgebliebene

Am Morgen nimmt die Dorfführerin uns mit auf einen Spaziergang. Jetzt verstehen wir besser, warum Brunnen so grün ist (abgesehen von der Steuerpolitik): der Grundwasserspiegel steht so hoch, dass er an vielen Stellen durch den Boden bricht und offen abfliesst – darum auch der Name „Brunnen“. Gross geworden ist das Dorf, das heute fast 10’000 Seelen zählt, als Verkehrsknotenpunkt: Brunnen war eine wichtige Sust, also ein Umschlagplatz – von hier aus wurden Vieh, Käse und Söldner über den Urnersee verschifft, wo es dann weiter durch die Schöllenen und über den Gotthard ging. Am Nachmittag unternehmen wir eine erfrischende Seefahrt nach Vitznau am Rigi. Auf der Rückreise heftiger Föhnsturm, der nicht nur unsere Frisuren durcheinanderwirbelt. Wie Odysseus wären wir auf hoher See fast verschollen, da wir Brunnen nicht ansteuern können – aber zum guten Glück rettet uns der sog. Föhn-Hafen, eine von der tosenden Brandung geschützte Bucht. Davon handelt auch die Tageslosung: Auf Gott hoffen wir, den er rettet uns. Amen! 
MP